Mehr braucht mehr!

    Mehr braucht mehr!

    #SuE 2022 Köln-Bonn-Leverkusen

    Streik in der Behindertenhilfe am 5. Mai in Köln

    Aufwertung der Sozialen Arbeit - Mehr braucht mehr!
    Tübingen, 2. Mai 2022 Privat Streik in der Behindertenhilfe am 5. Mai in Köln


    Tempo machen für gute Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung und Inklusion

    Unter dem Motto „Tempo machen für Aufwertung – faire Bezahlung ist unser Ziel“ ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Donnerstag (5. Mai 2022) bundesweit Beschäftigte aus der Behindertenhilfe zu einem Streik- und Aktionstag auf. In Köln sind die Behindertenwerkstätten und –wohnbereiche der Sozial-Betriebe Köln (SBK) sowie die Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK) betroffen.

    Anlass für den bundesweiten Streik- und Aktionstag ist die aktuelle Tarifauseinandersetzung mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst.

    Bislang haben sich die Arbeitgeber einer Aufwertung der Behindertenhilfe und des gesamten Sozial- und Erziehungsdienstes verweigert. ver.di fordert in den Tarifverhandlungen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst.

    Die pädagogischen Anforderungen an die Beschäftigten in der Behindertenhilfe sind durch den Anspruch auf Inklusion deutlich gestiegen. Bereits 2009 hat Deutschland sich durch die Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention verpflichtet, Menschen, die unter den Bedingungen von Behinderung leben, die gleichen Rechte zu ermöglichen wie allen anderen Menschen. „Um diesen Anspruch einzulösen, müssen die Bedingungen in der Behindertenhilfe verbessert werden. Seit Jahren versuchen die Beschäftigten durch persönliches Engagement, die schlechten Bedingungen auszugleichen“, betont Robin Orlando, zuständiger Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen. „Denn die steigenden Anforderungen, die die Arbeit mit sich bringt, dürfen weder zu Lasten der Inklusion und damit der Menschen mit Behinderung, noch zu Lasten der Gesundheit der Beschäftigten gehen“, so Orlando. ver.di fordert konkret eine angemessene Vergütung für Auszubildende der Heilerziehungspflege, Schulassistentinnen und Schulassistenten und Fachkräfte in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Außerdem muss die Heimzulage, die die besonderen Erschwernisse honorieren soll, mit denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Wohnbereich konfrontiert sind, deutlich erhöht und auf alle Wohnformen ausgeweitet werden.