Jetzt seid Ihr dran!

    Solidaritätserklärung aus dem Uniklinik Düsseldorf

    Tarifrunde ÖD 2020

    Solidaritätserklärung aus dem Uniklinik Düsseldorf

    Vorstand der Kölner Kliniken eskaliert in Tarifrunde - Juristische Spielereien statt Wertschätzung der Beschäftigten
    Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge Astrid Sauermann Solidaritätserklärung aus dem Uniklinik Düsseldorf

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wir die ver.di Vertrauensleute der Uniklinik Düsseldorf beobachten sehr genau die Tarifauseinandersetzung in der ihr euch gerade befindet. Die Ablehnungshaltung der Arbeitgeberseite ist ein Schlag ins Gesicht aller Kolleg*innen, insbesondere unter den Arbeitsbedingungen der letzten Monate und voraussichtlich in der weiteren Zukunft.

    Dass Streikmittel der Stationsschließungen ist eines der wenigen Mittel im Krankenhaus um unter zumutbaren Bedingungen für Patient*innen wirksam einen Arbeitskampf durchzuführen.

    Sowohl die extreme Ablehnungshaltung der Arbeitgeber als auch das Gerichtliche Streikverbot in Bezug auf Stationsschließungen kennen wir aus unseren eigenen Arbeitskämpfen leider sehr gut.
    Lasst euch nicht unterbuttern und entmutigen. Kämpft weiter für eine bessere Bezahlung und für gute Arbeitsbedingungen.

    Deshalb erklären wir uns solidarisch mit euch und allen Streikenden in der Tarifrunde zum TVöD

    Die ver.di Vertrauensleute der Uniklinik in Düsseldorf


    Hintergrund

    Als einzige Klinikleitung in Nordrhein-Westfalen versucht die Geschäftsführung der städtischen Kliniken in Köln, um Geschäftsführer Holger Baumann, die Streiks für die Forderungen der Beschäftigten in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst durch juristische Schachzüge zu torpedieren. Dazu hat er Teile des Streiks juristisch untersagen lassen.

    „Während andere Klinikgeschäftsführungen in NRW und bundesweit ihre Energie in die Erfüllung abgeschlossener Notdienstvereinbarungen stecken, die die Streikdurchführung für die berechtigten Interessen des Klinikpersonals und die zeitgleiche Sicherung der notwendigen Versorgung der Patientinnen in Einklang bringt, stellt sich die Klinikgeschäftsführung mit juristischen Mitteln gegen die Beschäftigten und will ihnen das Streikrecht nehmen“, stellt Daniel Kolle, Geschäftsführer im ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen irritiert fest. „Nachdem der Arbeitgeberverband entschieden hat, der von ver.di vorgeschlagenen Verschiebung der Tarifrunde aufgrund der Pandemiesituation nicht zuzustimmen, wird mit diesem Schritt die letzte Wertschätzung für die Beschäftigten, die so lange beklatscht wurden, von der Klinikgeschäftsführung aufgegeben. Das macht die Beschäftigten fassungslos und wütend. Sollte sich bewahrheiten, dass die Klinikleitung Betten nicht für Notfälle freihält, sondern medizinische Maßnahmen im Normalbetrieb durchführen will, wird die Klinikgeschäftsführung unangenehme Fragen beantworten müssen“, so Kolle weiter

    „Der Streik wird morgen und übermorgen unter Beachtung der gerichtlichen Auflagen so verantwortungsvoll durchgeführt, wie es ver.di grundsätzlich mit der hohen Erfahrung in Krankenhausstreiks gewohnt ist - ohne das Patient*innen in Gefahr geraten oder notwendige Versorgung fehlt. Die Beschäftigten sehen den juristischen Weg als Angriff und werden unseren Streikaufrufen eher noch mehr folgen, solange der Arbeitgeber versucht, sich in dieser Form gegen sie zu stellen“, betonte Astrid Rogge-Musall, zuständige Gewerkschaftssekretärin für die Kliniken der Stadt Köln.

    Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden morgen (14. Oktober) in allen Regionen NRWs fortgesetzt. An der Deutzer Werft in Köln wird es zu einer Streikkundgebung kommen, auf der auch die Landesbezirksleiterin Gabriele Schmidt erwartet wird. Die Beschäftigten der Kliniken der Stadt Köln sind auch für den 15. Oktober 2020 zum Warnstreik aufgerufen.

    ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

    Erwartet wird die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen.

    Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober 2020 erneut in Potsdam angesetzt.

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