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    Ein weiteres Trauerspiel

    Kliniken der Stadt Köln

    Ein weiteres Trauerspiel

    Farce um Interimsgeschäftsführung verunsichert die Beschäftigten erneut

    „Es gibt gute Gründe, für die Bestellung einer neuen Geschäftsführung für die Kliniken der Stadt Köln. Das Verfahren zur Bestellung des Interimsgeschäftsführers Peter Jung ist ein weiteres Trauerspiel und lässt erneut verunsicherte Beschäftigte zurück, die dringend auf Klarheit und einen Kurs aus der schwierigen Situation der städtischen Kliniken warten“, kommentiert Daniel Kolle, Geschäftsführer des ver.di Bezirks Köln-Bonn-Leverkusen, den Stopp des Bestellungsverfahrens durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln.

    Nach übereinstimmenden Medienberichten hat der Vertreter der Oberbürgermeisterin im Aufsichtsrat, Dezernent Dr. Harald Rau, das Verfahren wegen nicht akzeptabler Verfahrensfehler gestoppt. Unklar ist nunmehr, wie das weitere Verfahren ausgestaltet ist.

    „Die Verantwortlichen in der Beteiligungsverwaltung der Stadt Köln, der Firma Ernst & Young, im Hauptausschuss und im Aufsichtsrat müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie mit diesem Verfahren und dieser Personalie bezwecken. Ein Aufsichtsratsmandat bei der Berliner Charité ist kein Beleg für die fachliche Eignung von Herrn Jung. Schlagzeilen zu dubiosen Geschäften des Herrn Jung wecken Zweifel an der Professionalität des scheinbar einzigen Kandidaten, was zugleich für alle Befürworter eines Klinikverbundes in Köln eine Provokation ist“, stellt der Gewerkschaftsvertreter die Personalie in Frage.

    „Klar ist, dass die Beschäftigten die Krise der Kliniken der Stadt Köln nicht verschuldet oder zu verantworten haben. Wir fordern von einer neuen Geschäftsführung und den politisch Verantwortlichen, dass wirtschaftliche und organisatorische Maßnahmen ein Sanierungskonzept tragen. Die Beschäftigten vertrauen auf die Gültigkeit geschlossener Tarifverträge, die Outsourcing und Stellenabbau ausschließen. Die Einheit der Kliniken mit allen Tätigkeiten und Berufen, die ein Krankenhaus braucht, muss erhalten bleiben. Die Interessen der Beschäftigten dürfen nicht wie faule Bananen am Markt verschachert werden. Es braucht für die Sanierung eine Fachfrau oder einen Fachmann. Das Besetzungsverfahren muss deshalb zügig neu gestartet und zum Abschluss gebracht werden. An einer offenen Ausschreibung und einer Auswahl nach Fachlichkeit und Eignung führt kein Weg vorbei“, fordert Kolle abschließend.