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Es fehlt ein verhandlungsfähiges Angebot!

Kaiser-Karl-Klinik in Bonn

Es fehlt ein verhandlungsfähiges Angebot!

Zwei Tage Streik bei der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn

Beschäftigte der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn verdienen deutlich schlechter als vergleichbare Arbeitnehmer*innen in den umliegenden Kliniken. „Examinierte Pflegekräfte erhalten rund 10.000 € weniger im Jahr, bei den Physiotherapeut*innen sind es sogar bis zu 19.500 €“, rechnet Arno Appelhoff vor, zuständiger Gewerkschaftssekretär der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Die Kaiser-Karl-Klinik ist tariflos, daher hat ver.di im November 2017 die Klinikleitung zu Tarifverhandlungen aufgefordert. „Seit Januar verhandeln wir mit dem Arbeitgeber, die Geschäftsführung der Klinik. Erstmals am 20. September hat die Arbeitgeberseite einen Vorschlag unterbreitet. Nach diesem Vorschlag sollen die Entgelte zum 1. Januar 2019 um 45,- € erhöht werden sowie eine Sonderzahlung in Höhe von 200, € in 2018 und 300,- € in 2020 und 2021 erfolgen“ berichtet Arno Appelhoff. „Damit ist das Angebot weit entfernt von unseren Forderungen und auch ebenfalls weit entfernt von der allgemeinen Lohnentwicklung. Deshalb rufen wir die Beschäftigten am Donnerstag, den 4. und Freitag dem 5. Oktober 2018, zu einem zweitägigen Warnstreik auf.“

ver.di fordert eine Erhöhung der Monatsgehälter um 170,- € sowie die Einführung eines 13. Monatsgehaltes als Weihnachtsgeld und 350,- € Urlaubsgeld. „Weihnachts- und Urlaubsgeld wird in der Eifelhöhenklinik, einer Schwesterklinik des gleichen Konzerns, aufgrund eines Tarifvertrages mit ver.di gezahlt, warum dann nicht auch in der Kaiser-Karl-Klinik“, fragt Katharina Reingen, Physiotherapeutin in der Klinik und fügt hinzu: „Unsere Arbeit, sei es in der Pflege, in der Therapie und den anderen Berufsgruppen, ist hochspezialisiert und anspruchsvoll. Gleichwohl verdienen wir mehrere Tausend Euro im Jahr weniger als Beschäftigte mit vergleichbaren Tätigkeiten in den umliegenden Kliniken. Das muss sich ändern!“

ver.di beklagt, dass viele gute Mitarbeiter*innen die Klinik bereits verlassen haben, weil sie woanders deutlich mehr verdienen können. „Darunter leidet die Qualität der Arbeit. Angesichts des Fachkräftemangels im Gesundheitsbereich ist die Hinhaltetaktik des Arbeitgebers absolut unverständlich“, ärgert sich Markus Rempe, Mitglied der Verhandlungskommission und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in der Klinik. „Jetzt ist Zeit, dass wir, die Beschäftigten der Kaiser-Karl-Klinik dem Arbeitgeber, die gelbe Karte zeigen und deutlich machen, dass wir uns nicht weiter verschaukeln lassen. Es muss zu einer deutlichen Verbesserung unserer Gehälter kommen!“

Hinweis

Der Warnstreik findet statt am 4.10.2018 ab 8:00 Uhr vor der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn, Graurheindorfer Straße 137. Um 8:30 Uhr wird dort eine Auftaktkundgebung stattfinden, die Abschlusskundgebung wird ca. um 12:00 Uhr sein. Der 2. Streiktag wird nicht vor Ort stattfinden.