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    Wohnen in Köln

    Politische Runde

    Wohnen in Köln

    In der ersten Veranstaltung des ver.di-Ortsvorstands Köln zum Thema „Wohnen in Köln“ im November 2018 war es darum gegangen, mit Experten aus Wohnungswirtschaft und Mieterverein mögliche Lösungswege aus der von knappem Wohnungsangebot und ständig steigenden Preisen geprägten Problemlage zu finden. Als vielversprechend wurde von allen Seiten die Wiederaufnahme bzw. Verstärkung des Wohnungsbaus für Beschäftigte größerer und kleinerer Unternehmen herausgestellt.

    Dieses Ergebnis der Expertendiskussion wurde nun am 23. Mai 2019 Vertretern und Vertreterinnen der demokratischen Ratsfraktionen im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgestellt und die politischen Realisierungschancen diskutiert. Nach der Begrüßung durch Achim Schlömer, den Vorsitzenden des ver.di-OV Köln, ging es insbesondere auch um die Frage, inwieweit sich die Ratsmitglieder dafür einsetzen würden, dass auch die Stadt Köln, die in vielen Bereichen unter erheblichen Personalgewinnungsproblemen leidet, das Mittel der Betriebswohnungen zur Akquirierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzt.

    Die sozialen, wirtschaftlichen und stadtentwicklungspolitischen Vorteile des Werkswohnungsbaus für Beschäftigte, Arbeitgeber und die Stadt insgesamt wurden in kurzen Statements vorgestellt von Bernd Preuss (WSK).

    Moderiert von Rainer Wolf-Schatz diskutierten anhand dieser Statements

    • Marion Heuser Bündnis 90/Die Grünen
    • Michael Frenzel SPD
    • Niklas Kienitz CDU
    • Jörg Detjen Die Linke
    • Ralph Sterck FDP

    Entsprechend der politischen Grundhaltung der Ratsmitglieder unterschied sich die Positionierung zur Frage des Wohnungsbaus für Beschäftigte und reichte von Unterstützung bis zur zwar prinzipiellen Zustimmung, dass dies ein sinnvolles Instrument für Betriebe sein könnte, wiewohl nicht für die Stadtverwaltung.

    Dies traf auf erheblichen Widerspruch: Aufgrund der Gehaltsstruktur im öffentlichen Dienst hat ein Großteil der städtischen Beschäftigten erhebliche Schwierigkeiten, die hohen Mieten in der Stadt, für die sie arbeiten, zu bezahlen. Gleichzeitig können die Ämter und Dienststellen freie Stellen nicht besetzen, da die hohen Preise auf dem Wohnungsmarkt Umzüge erschweren. Hier hat der Rat sowohl für die Beschäftigten eine Fürsorgepflicht als auch die Verantwortung, die Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung zu gewährleiten.

    Den Bedenken, dass Werkswohnungsbau nur von Großunternehmen leistbar sei und daher kleinere und mittlere Unternehmen benachteiligt würden, wenn dieses Instrument seitens der Kommunalpolitik gefördert würde, wurde das Modell einer genossenschaftlichen oder Stiftungsorganisation entgegengestellt, in dem sich auch kleinere Betriebe beteiligen könnten.

    Abschließend wurde vereinbart, dass der ver.-di-OV Köln seine Vorstellungen bzgl. Werkswohnungsbau für Beschäftigte schriftlich konkretisiert und den Fraktionen im Rat für die weitere kommunalpolitische Diskussion zukommen lässt. Auch im Rahmen der vom DGB geplanten kommunalpolitischen Konferenz im Herbst dieses Jahres wird dieses Thema eine wesentliche Rolle spielen.