Verkehr

    Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!

    TV-N NRW

    Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!

    Bus Mario Venzlaff Keine Corona-Prämie im Nahverkehr? Das kann nicht ihr Ernst sein!


    Gehen die Beschäftigten des Nahverkehrs beim Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst leer aus? Normalerweise wird das Tarifergebnis in den Tarifvertrag des Nahver-kehrs in Nordrhein-Westfalen (TV-N NW) automatisch übernommen. Wegen der Kündi-gung des Tarifvertrages ist das diesmal jedoch nicht der Fall. Die öffentlichen Arbeitge-ber waren bei den Verhandlungen in Potsdam am letzten Wochenende nicht bereit, die Einigung auch auf den Nahverkehr zu übertragen. Gerade für die Corona-Sonderzah-lung drängt aber die Zeit, denn sie muss noch in diesem Jahr ausgezahlt werden, damit die Beschäftigten sie steuer- und sozialversicherungsfrei, also netto erhalten.


    ver.di befürchtet, dass die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen zum TV Nahverkehr, in denen es u.a. um neue Eingruppierungsregeln und um Entlastung bei den Arbeitsbedingungen im Nahverkehr geht, die Corona-Sonderzahlung als Druckmit-tel nutzen wollen. „Wer die dringend nötige Entlastung der Beschäftigten gegen die Sonderzahlung aufrechnen will, provoziert weitere Konflikte und Streiks“, stellt Frank Michael Munkler, zuständiger Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen, klar.

    „Wir werden nicht akzeptieren, dass uns die Corona-Prämie vorenthalten wird und sie-ben Nullmonate der Dank für unsere Leistung in der Corona-Krise sein sollen“, verdeut-licht Marco Steinborn, stellvertretender ver.di- Bezirksvorsitzender und Vorsitzender des Betriebsrates bei der KVB. „In der gesamten Zeit der Pandemie haben wir alles gegeben, um den Verkehr am Laufen zu halten. Wir haben alles mitgemacht, ob kurzfristige Dienstplanänderungen oder zusätzliche Reinigungseinsätze.“

    Vor diesem Hintergrund hat der ver.di-Bezirksvorstand in seiner gestrigen Sitzung den kommunalen Arbeitgeberverband NW (KAV NW) aufgefordert, umgehend mit ver.di NRW einen Tarifvertrag über die Corona-Sonderzahlung analog zur bundesweiten Rege-lung für den öffentlichen Dienst abzuschließen. Gleichzeitig fordert der Bezirksvorstand die Unternehmen KVB, SWB Verkehr und Wupsi auf, sich beim KAV NW nachdrücklich für einen solchen Tarifvertrag einzusetzen. „Die Corona-Sonderzahlung ist eine einmali-ge Zahlung, die uns nach unseren Leistungen in den vergangenen Monaten zusteht. Entlastung und unsere Forderungen für die Landestarifverträge aber wirken dauerhaft und sind längst überfällig. Wir werden nicht zulassen, dass die Arbeitgeber unsere Ge-sundheit gegen eine Einmalzahlung aufrechnen“, unterstreicht Marco Steinborn. „Sonst droht eine Verschärfung des Konflikts!“