Verkehr

    Aktionstag Verkehrswende

    TV-N NRW

    Aktionstag Verkehrswende

    Verhandlungsauftakt in Düsseldorf wird von Aktionstag Verkehrswende begleitet
    Bus Mario Venzlaff Verhandlungsauftakt in Düsseldorf wird von Aktionstag Verkehrswende begleitet


    Am Freitag (18.9.) kommen der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zur ersten Verhandlungsrunde über den Tarifvertrag Nahverkehrsbetriebe (TV-N NW) in Düsseldorf zusammen. Parallel findet bundesweit ein Aktionstag für eine Verkehrswende und die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs durch Bund und Länder statt, zu dem ver.di gemeinsam mit Fridays For Future aufruft. In NRW sind Aktivitäten in Düsseldorf, Köln und Bonn geplant

    Dazu erklärte Heinz Rech, ver.di Verhandlungsführer: „Die Beschäftigten im ÖPNV haben in der Pandemie erneut gezeigt, dass sie unverzichtbar sind. Das gilt auch für die Mobilitätswende, die nur Hand in Hand mit guten Arbeitsbedingungen funktioniert. Die Arbeitgeber können nun beweisen, dass sie bereit sind, den Tarifvertrag den Herausforderungen der Zukunft anzupassen und den Kolleginnen und Kollegen Wertschätzung entgegenzubringen, die über warme Worte hinausgeht.“

    ver.di fordert für die rund 30.000 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr unter anderem deutliche Verbesserungen im Bereich der Arbeitszeitregelungen und der Eingruppierung, von denen insbesondere die Beschäftigten im Fahrdienst (beispielsweise Bus-/Straßenbahnfahrer*innen) betroffen sind. Diese umfassen auch die Forderung zur Abschaffung der Entgeltgruppe 5a, die im Zuge der Restrukturierung des öffentlichen Personennahverkehrs im Jahr 2010 für das neueingestellte Fahrpersonal eingeführt wurde.

    Die Forderungen beinhalten außerdem:

    • Eine maximale Dienstlänge im Fahrdienst von 10 statt bisher 12 Stunden und eine Bezahlung von mindestens 8 Stunden
      Die Erhöhung der Ruhezeiten nach Schichtende von 10 auf 11 Stunden
      Den Ausschluss sogenannter „geteilter Dienste“
      Eine Zulage ab dem 1. Tag einer vorübergehenden Vertretung (bisher nach einem Monat)
      Sowie Verbesserungen bei Zeitzuschlägen

    Die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in NRW sind auch von der parallel laufenden Entgeltrunde im öffentlichen Dienst betroffen. Die Tabellenentgelte waren in der Vergangenheit an die Entwicklung im öffentlichen Dienst gekoppelt. ver.di fordert die entsprechende Regelung zur dynamischen Übertragung der Tarifergebnisse fortzuschreiben.

    ver.di hat zeitgleich den VKA zu bundesweiten Verhandlungen für mehr als 87.000 Beschäftigte in kommunalen ÖPNV-Unternehmen aufgefordert, auch um bundeseinheitliche Standards durchzusetzen.

    Schon seit Jahren herrscht – auch aufgrund der hohen Belastung durch die Verantwortung am Steuer und den Schichtdienst - massiver Fachkräftemangel in der Branche, insbesondere Busfahrerinnen und Busfahrer werden überall dringend gesucht. Bis 2030 werden bundesweit rund 100.000 neue Beschäftigte benötigt. Eine Entscheidung der VKA-Mitgliederversammlung über die Aufnahme solcher Verhandlungen auf der Bundesebene wird für den 19. September erwartet.