Ver-und Entsorgung

Im Zeichen des Wechsels

Bundeskongress 2019

Im Zeichen des Wechsels

Report (03/2019): Magazin des Fachbereich Ver- und Entsorgung

 
ver.di-Bundeskongress in Leipzig: Zukunftsgerecht – Schmitz übernimmt Ver- und Entsorgung

Der ver.di-Bundeskongress vom 22. bis 28. September 2019 in Leipzig hat zahlreiche zukunftsgerechte Beschlüsse gefasst. Doch Abschied und Kontinuität überlagerten alles: Nach 18 Jahren verlässt Frank Bsirske das Steuerrad, und Frank Werneke übernimmt. Der ist freilich kein Unbekannter: Seit 2002 bereits stand er dem Bundesvorsitzenden als Stellvertreter zur Seite. Damit ist die Kontinuität gesichert.

„In diesem Sinne: Macht es gut.“ Unter dem stehenden Applaus der etwa 1000 Delegierten des Bundeskongresses verließ ein sichtlich bewegter Frank Bsirske das Rednerpult – und gleichzeitig seinen gewohnten Sitz in den Reihen der ver.di-Vorstandsmitglieder. Er übergab das Steuerrad an Frank Werneke, bislang bereits sein Stellvertreter im letzten Bundesvorstand und Leiter des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie, dazu zuständig für die Bereiche Selbstständige, Mitgliederentwicklung, Finanzen, Finanzorganisation, Vermögens- und Beteiligungsverwaltung. Also einem, der sich auskennt in den Belangen der Gewerkschaft ver.di. Das sahen auch die Delegierten so. Sie wählten ihn mit 92,7 Prozent zum neuen Vorsitzenden.

Mit 96,6 Prozent ein ähnliches Ergebnis erhielt auch Christoph Schmitz, in Zukunft zuständig unter anderem für den Fachbereich Ver- und Entsorgung als Nachfolger von Andreas Scheidt, der nicht mehr kandidierte. Schmitz wird nach der beschlossenen Umstrukturierung im Bundesvorstand auch verantwortlich sein für die Fachbereiche Finanzdienstleistungen, Medien, Kunst und Industrie, Telekommunikation, Informationstechnologie, Datenverarbeitung, Innovation und gute Arbeit.

Im Zentrum der unter dem Motto „Zukunftsgerecht“ beschlossenen Anträge stand die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Digitalisierung – natürlich für die Beschäftigten in den Branchen von ver.di. „Rationalisierungsschübe müssen durch gezielte Förderung arbeitsplatzschaffender Innovationen und automatisierungsresistenter Tätigkeiten, sowie eine Umlenkung von Produktivitätsgewinnen und „Automatisierungsdividenden“ in gesellschaftliche Bedarfsfelder, steigende Masseneinkommen und Arbeitszeitverkürzungen abgefedert werden “, heißt es etwas sperrig im Leitantrag zu diesem Thema. Was gemeint ist: Die immensen Produktivitätsgewinne durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz müssen entsprechend auch an die Beschäftigten weitergegeben werden – und Arbeitslosigkeit muss verhindert werden. Schließlich steht fast jeder zweite Arbeitsplatz zur Disposition.

Klimaschutz war ein weiterer Schwerpunkt der Debatten. Nicht erst seit „Fridays for Future“ hat ver.di das Thema bearbeitet. Schließlich trägt die Energiewirtschaft durch die Energiewende seit Jahren wesentlich dazu bei.

Gute Arbeit und gute Dienstleistungen – beides gehört zusammen. Dieses Thema beherrschte ebenfalls die Debatten. Denn mit schlecht bezahlten, wenig attraktiven Arbeitsplätzen können die notwendigen Dienstleistungen nicht in der erforderlichen Qualität erbracht werden. Das bedeutet gute tarifliche Absicherung der Beschäftigten oder, wo dies nicht geht, eben Mindestlohn wie in der Abfallwirtschaft. Insgesamt diskutierten die Delegierten mehr als tausend Anträge. [...]


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