Handel

    Streikende senden klares Zeichen an Arbeitgeber

    Tarifrunden Handel NRW 2021

    Streikende senden klares Zeichen an Arbeitgeber

    Die Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel NRW gehen in die dritte Runde
    Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021


    Die Verhandlungen für die rund 336.000 Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Groß- und Außenhandels werden am Montag (28.6.) in dritter Runde fortgesetzt. Um im Vorfeld der Verhandlungen ein Zeichen zu setzen, kamen bereits am Donnerstag (24.6.) Streikende aus rund 30 Betrieben in Bochum zusammen. Darunter Beschäftigte der Metro Deutschland, Thyssen Krupp Schulte und Stainless, Stricker, Stroetmann, Handelshof, IKEA DS, Niederlassungen von bofrost, Wera Werke, Elektrogroßhandel Sonepar, Schüco, unterschiedliche Unternehmen des Pharmahandels sowie verschiedener Edeka Lagerstandorte. Insgesamt kamen in Bochum rund 2500 Streikende aus dem Einzel- sowie dem Groß- und Außenhandel für ihre Forderungen zusammen.

    „Wenn es um die faire Bezahlung seiner Beschäftigten geht, zieht der heimliche Riese der deutschen Wirtschaft den Kopf ein. Trotz Umsatzsteigerungen sollen die Beschäftigten im Jahr 2021 keine tabellenwirksame Entgelterhöhung erhalten, sondern mit Einmalzahlungen abgespeist werden. Und das nur, wenn es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht. Das ist völlig inakzeptabel!“, mahnte Verhandlungsführerin Silke Zimmer. „Die Beschäftigten haben im letzten Jahr gezeigt, dass sie mehr verdient haben! Jeder einzelne Beschäftigte im Groß- und Außenhandel, egal ob in Vollzeit, Teilzeit oder geringfügig beschäftigt, erwirtschaftet im Monat 2.028 Euro Gewinn. Dank der Beschäftigten kommen Lebensmittel in die Geschäfte, Baustellen laufen weiter und es wird genügend Impfstoff an die Apotheken ausgeliefert. In der Pandemie riskieren die Beschäftigten zudem ihre Gesundheit. Dieser Einsatz muss fair entlohnt werden. Fairness beginnt mindestens dort, wo es möglich ist, die Preissteigerungsrate mit Entgelterhöhungen auszugleichen.“

    Trotz Rekordumsätzen von mehr als 1,3 Billionen Euro und einer Umsatzsteigerung von 1,8 Prozent im Jahr 2020, legten die Arbeitgeber bisher kein verhandelbares Angebot vor. Das aktuelle Arbeitgeberangebot sieht für das Jahr 2021 keine prozentuale Entgeltsteigerung, sondern lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro vor. Die Einmalzahlung für 2021 wird nur in Unternehmen ausbezahlt, denen es wirtschaftlich gut geht. Beschäftigte, die beispielsweise vorrübergehend Kurzarbeitergeld bezogen haben, gingen damit leer aus.

    ver.di fordert für die rund 336.000 Beschäftigten der Branche 4,5 Prozent plus 45 Euro mehr Gehalt, Lohn und Ausbildungsvergütung, bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.