Gesundheit und Soziales

    Deshalb brauchen wir die PPR 2.0 - jetzt!

    PPR 2.0

    Deshalb brauchen wir die PPR 2.0 - jetzt!

    Beschäftigte der Uniklinik Köln und der UniReha Uniklinik Köln fordern bedarfsgerechte Personalausstattung - Protestaktionen am 12. April
    Wir sind es wert Pascal Klein Beschäftigte der Uniklinik Köln und der UniReha Uniklinik Köln fordern bedarfsgerechte Personalausstattung  – Protestaktionen am 12. April


    Bundesweit protestieren Krankenhausbeschäftigte am Montag (12. April 2021) für bedarfsgerechte Personalvorgaben. So auch an der Universitätsklinik Köln, wo sich Kolleginnen und Kollegen um 12:00 Uhr vor dem Bettenhaus (Kerpenerstr. 62, Haupteingang) zu einer Foto-Aktion versammeln. Anlass ist die zeitgleich stattfindende Bundestagsanhörung zum »Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung«. Die Beschäftigten der Kliniken kritisieren, dass im aktuellen Entwurf erneut keine bedarfsgerechte Personalbemessung auf den Weg gebracht wird. Die Kolleg*innen der UniReha, ein outgesourctes Tochterunternehmen der Uniklinik Köln, zeigen sind ebenso solidarisch und unterstützen die Kolleg*innen der Universitätsklinik Köln und werden sich mit ihnen gemeinsam versammeln, um auf den Personalmangel aufmerksam zu machen.


    „Die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie. Es betrifft auch die Beschäftigten der Uni Klinik Köln“, betonte Maja Wieland, ver.di-Gewerkschaftssekretärin. „Schon seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt. Doch bis auf viele Versprechungen kommt in den Kliniken nichts an.“ Immer wieder habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugesagt, für Entlastung zu sorgen. Im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege wurden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutschen Pflegerat und ver.di damit beauftragt, ein Instrument zur Personalbemessung zu erarbeiten. Seit über einem Jahr liegt dieses vor, die Pflegepersonal-Regelung PPR 2.0. Doch passiert ist damit nichts. „Die Geduld der Pflegekräfte ist längst aufgebraucht. Sie haben es satt, sich immer wieder vertrösten zu lassen“, betonte Peter Sztatelman, Personalratsvorsitzender der Uniklinik und Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen im ver.di-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen. „Die PPR 2.0 muss sofort eingeführt werden. Es ist Spahns letzte Chance.“

    Um diese Forderung zu unterstreichen, beteiligen sich Beschäftigte der Universitätsklinik Köln am Montag an einer bundesweiten Foto-Aktion von ver.di. „Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte Frederik Thonemann, ver.di-Vertrauensleutesprecher beim Universitätsklinikum. „Die Menschen können nicht so versorgt werden, wie es sein müsste. Die Kolleginnen und Kollegen gehen unzufrieden nach Hause. Etliche reduzieren ihre Arbeitszeit oder flüchten ganz aus dem Beruf, weil sie es nicht mehr aushalten. Sie brauchen dringend die verbindliche Perspektive, dass sich die Bedingungen verbessern.“ Andernfalls sei zu befürchten, dass die Flucht aus der Pflege nach der Pandemie noch zunimmt. Um das zu verhindern, brauche es dringend Personalvorgaben, die sich am Pflegebedarf orientieren. Das Vorhaben dürfe nicht mit Verweis auf ein noch zu entwickelndes wissenschaftliches Verfahren zur Personalbemessung auf die lange Bank geschoben werden. „Die bestehenden Personaluntergrenzen sind völlig unzureichend und garantieren keine gute Versorgung“, erklärte Maja Wieland, ver.di Gewerk-schaftssekretärin. „Deshalb brauchen wir die PPR 2.0 – jetzt!“