Fachbereich B: Gemeinden

    Die gegenwärtige Situation geht zu Lasten der Beschäftigten

    Jugendämter Stadt Köln

    Die gegenwärtige Situation geht zu Lasten der Beschäftigten

    Beschäftigte der Jugendämter der Stadt Köln demonstrieren vorm Jugendhilfeausschuss
    20201014-Kundgebung und Demonstration der Betriebe Klinikum Nürnberg, Klinikum Nürnberg Servicegesellschaft , Nürnberg Stift_Rathaus_4 ver.di Beschäftigte der Jugendämter der Stadt Köln demonstrieren vorm Jugendhilfeausschuss


    Der Personalmangel im Bereich Kinder- und Jugendschutz der Stadt Köln hat ein unerträgliches Maß erreicht!

    Vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 29. November 2022 demonstrieren die Beschäftigten der Kölner Bezirksjugendämter gegen unerträgliche Arbeitsbedingungen aufgrund des Personalmangels. Sie beklagen, dass sie aktuell keine zeitnahen Beratungen und Hilfestellungen für hilfesuchende Eltern anbieten und Familien nicht im freiwilligen, d.h. präventiven Leistungsbereich unterstützen können. „Auch viele andere Aufgaben können nicht angemessen erledigt werden“, schildert Ellen Steinhäuser, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin, die Situation. „Präventive Angebote können nicht umgesetzt werden, Hausbesuche und Beratungsgespräche in Familien finden nicht mehr statt, Familiengerichtsverfahren können nicht angemessen begleitet werden und viele andere Aufgaben nur unzureichend erledigt werden.“

    Der Allgemeine Sozialdienst (ASD) und der Gefährdungs-Sofort-Dienst (GSD) bilden den Dreh- und Angelpunkt der öffentlichen Jugendhilfe. Wenn die Arbeit hier nicht mehr bewältigt werden kann und stockt, betrifft dies auch Schulen, Kitas, die offene Jugendarbeit, Vormunde, Familiengerichte uvm.

    „Die Beschäftigten möchten wieder den Job machen können, für den sie angetreten sind: Familien zu unterstützen und Kinder zu schützen, damit es nicht zu Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung kommt“, beklagt Ellen Steinhäuser die unhaltbaren Zustände. Die gegenwärtige Situation in den Jugendämtern führt nach Ansicht der Gewerkschaft ver.di dazu, dass fachliche Standards nicht eingehalten werden können. Das ist für Kinder, Jugendliche und ihre Familien ein unhaltbarer Zustand. Deshalb fordert ver.di von der Stadt Köln mehr Personal für die Soziale Arbeit und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

    „Die gegenwärtige Situation geht zu Lasten der Beschäftigten“, erklärt Steinhäuser. „Die Belastung, auch aufgrund ständig steigender Fallzahlen, führt natürlich zu einer starken Fluktuation der Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen.“